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COLOURNOCOLOUR

Nicole Daudert präsentiert uns Zeichnung und Malerei. Der von ihr referierte Ausdruck der “andere Ort” ist ein Schlüsselbegriff bei der Betrachtung ihrer Werke. Der “andere Ort” bezeichnet einen Ort mit eigenen Gesetzmäßigkeiten, eine Parallelwelt, deren Offenbarung von einem selber, der eigenen Wahrnehmung abhängt.
Orte sind für Nicole Daudert Ausgangspunkte für Bilder. Deren Kreation hat etwas mit Stimmungen auch Emotionen zu tun, und auch mit der Zeit und den Umständen, in denen sich Daudert während des Schaffensprozesses befindet.

Farben werden in Dauderts Arbeiten zu Räumen und zu Orten, man hat das Gefühl tatsächlich an andere Orte zu gelangen, die sich erweitern und vertiefen, je länger man vor den Bildern weilt.
Die Acrylgemälde sind der Endzustand eines Prozesses, der auf Farbschichten aufbaut. Es sind viele Bilder notwendig, bevor das letzte entsteht, das bleibt. Sie malt erst dann weiter, wenn der jeweilige Abstand groß genug ist, um unvoreingenommen und neu sehen zu können: „Ich male erst dann an einem Bilder weiter, wenn ich es vergessen habe“ sagt sie.

Sie reagiert beim Weitermalen auf das, was sie vorfindet, was sie vormals hat stehen lassen. Es ist ein intuitiver Prozess bei dem die Spannung und Atmung von Farbe und Form im Vordergrund stehen, manchmal aber auch der Zufall von zerfließenden Farbspuren zugelassen wird.

Die Auseinandersetzung mit Landschaft steht auch bei Nicole Dauderts Zeichnungen im Vordergrund. Diese entstehen aus der Erinnerung an Ausflugsziele in die Natur, gelegen in Landkreisen, auf die die Titel mit Nummerierungen verweisen, in diesem Fall Kraichgau und Schwarzwald. Dauderts Zeichnungen sind hierbei realistischer als ein Foto, insofern sie Innerlichkeit festhalten, und Stimmungen in Bildspuren umwandeln.

Christine Reeh, Auszug aus der Eröffungsrede zur Ausstellung COLOURNOCOLOUR // Peters + Daudert in der Galerie Preview Süd, Karlsruhe im November 2013

 

 

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Unterwegs in neuen Welten

In der Galerie Grandel ist die Farbe ausgebrochen, da ist man gleich heiter gestimmt. Es sind rauschhaft aufleuchtende Farben, die sich auf assoziative Weise ihren Weg suchen in den brandneuen Bildern von Nicole Daudert, dabei ein reich instrumentiertes, räumlich bewegtes Drunter und Drüber entfalten. Der von der Künstlerin gegebene Hinweis auf die Farbpsychologie mag durchaus eine Hilfe sein. Muss es aber nicht. Hier geht es um gemalte Gefühle und Stimmungen, um „Räume des Lichts und der Farbe“. Sie erinnern, so Daudert, „an Zooms in neue Welten oder an Orte, die man nur im Traum durchstreift“. Das kann man so stehen lassen, über das schöne Reich des im Bild gebändigten Ungefähr lässt sich nicht rechten. Im Beiprogramm rasch hingeworfene Reiseskizzen von durchaus eigenem Reiz.

Sigrid Feeser, RHEINPFALZ, 8.März 2013

 

 

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Schönste Farbträume

Lebhafte, frische Farben, von Rosa über Hellgrün zu Gelb, dann Rot und Blau, winden sich in floralen Formen durch den Raum der Mannheimer Galerie Grandel. Lianen, aber auch an Blätter erinnernde Muster treffen sich wie von alleine zu einem fröhlich-munteren Stelldichein. Das Leben in und mit der Natur selbst scheint angesprochen zu sein auf den Gemälden von Nicole Daudert.

Die 1966 geborene Künstlerin, die an der Akademie in Karlsruhe studierte und etliche Preise und Stipendien erhielt, malt mit Acryl abstrakte Bilder. Auf ihnen überlappen sich häufig die Farben, öffnen sich Farbräume auf der nun mal nur zweidimensionalen Bildfläche, entstehen durch Wischen, Tropfen und Laufenlassen fremde, nie gesehene Orte.

Rauschhafte Bildwelten

Im realen Leben gehen den Arbeiten Skizzen, häufig auf Reisen entstanden, voraus, aber was dann entsteht, sind Träume, Farbträume. Am schönsten kann man das in den kleine Gemälden im Hauptraum sehen, die dicht in einer Reihe hängen: Da scheinen sich die Themen und Farben zu überlagern, obgleich jedes der organisch-abstrakten Motive in sich abgeschlossen ist, kommt der Eindruck des einen Bildes zum nächsten dazu, wird aus der Summe der einzelnen Werke ein einziger großer Farbrausch.

Das große Gemälde "Fukushima" von 2011 allerdings scheint viel zu harmlos, viel zu farbenfroh und munter für den Titel. Die Künstlerin meint zwar mit der großen Fläche Rot das Blut anzusprechen, das durch die nukleare Katastrophe in Japan vergossen worden sei, aber die Zahl der Toten allein ist nicht das Problem von Fukushima, dazu kommt die atomare Verstrahlung der Bevölkerung und der Umwelt. Man möchte ihr raten, in Zukunft auf zu schwere Titel zu verzichten.

Man kann das Gemälde aber gut zum Vergleich mit den kleinen Werken aus diesem Jahr heranziehen: Heute geht sie weg von klaren Linien und abgemessenen Farbflächen hin zu offener Gestaltung und ganz freiem Strich.

Dr. Susanne Kaeppele, Mannheimer Morgen, Samstag, 02.03.2013

 


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Vom Purismus zum Barock
Aktuelle Arbeiten von Künstlern der Galerie Grandel

 Minimalistische Gefäßformen und üppige Farbstillleben, fließende Farbräume und geometrisch-abstrakte Zeichen, dazu expressive Interieurs hängen in den Räumen der Galerie Grandel mit gelassener Selbstverständlichkeit nebeneinander. In ihrer ersten Repertoire-Ausstellung zeigt die Galerie Nicole Daudert, Jürgen Liefmann, Marita Matthek, Jochen Schambeck und Hinrich Zürn als Künstler und Künstlerinnen ihres vielseitigen Programms.

Obwohl die Künstler sehr unterschiedlich wirken, eint sie doch ihre künstlerische Absage an den Realismus, und so setzen sie ihre Wahrnehmungen und Erfahrungen in vom Gegenstand losgelöster Farbe und Form um. Dabei vertreten ihre Kunstwerke verschiedene Grade der Abstraktion, die vom abstrahierten Naturvorbild bis zum Konstruktiven reichen.

Nicole Daudert (1966) lässt in ihren mit dünnflüssiger Acrylfarbe auf breiformatige Leinwand gemalten Kompositionen bei allem Gestischen und Abstrakten Pflanzenblüten und organisch Verschlungenes erkennen.

Jürgen Liefmann (1953) malt dagegen mit Gouache auf Papier ein Geflecht aus sich zunehmend verdichtenden, farbigen Linien, die kaum an Pflanzliches in der Natur gemahnen. Eher bilden sie ein abstraktes Netz von räumlicher Dimension.

Um Raum geht es auch in den puristischen Acrylbildern von Marita Mattheck (1950), die mit schwarzen Balkenformen auf weißem Grund monumentale Zeichen für Leben und Tod setzt.

Von überbordender, den Bildrahmen sprengender Üppigkeit sind die Arbeiten von Jochen Schambeck (1964), die zwischen den Gattungen Malerei und Plastik angesiedelt sind. Mit voller Wucht schmeißt er Ölfarbe direkt aus dem Farbeimer von einer Leiter auf den am Boden liegenden Bildträger, und die Farbe verteilt sich mit der kraftvollen Bewegtheit des Barocks auf dem Träger. Sinnlich-bunte, mit eingearbeiteten Metallpapieren fast ins Kitschige abgleitende, reliefartige „Stillleben“ sind das Ergebnis seiner Wurfaktionen.

Interieurdarstellungen von Hinrich Zürn (1970) beschließen den Reigen von rhythmisch gehängten Exponaten in der Ausstellung: Nach Abbildungen von Inneneinrichtungen des französischen Stardesigners Philippe Starck, der die Privaträume des ehemaligen Staatspräsidenten Mitterand im Pariser Elisée-Palast entworfen hat, malt der Heilbronner Künstler Interieurs. Er löst den Gegenstand der Vorlage auf und lässt ihn in einer abstrahierten, farbigen Komposition aus Raum und Fläche aufgehen.

Dr. Martina Kitzing-Bretz, 2012

 

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"Opulente Farbstillleben"

"Gespritzt und gedrückt sind die pastosen Farbkompositionen von Jochen Schambeck (1964), gemalt und gegossen die dünnflüssigen Landschaftsräume von Nicole Daudert (1966). Beide Künstler stellen, obwohl sie schon lange ein in Karlsruhe zusammen lebendes Paar sind, zum ersten Mal gemeinsam im Wasserschloss aus.

Überrascht sei sie gewesen, so berichtet Nicole Daudert in dem Künstlergespräch mit Reinhold Weinmann von der Galerie Dr. Grandel, dass sich beim Hängen der Ausstellung so viele Gemeinsamkeiten zwischen ihrer und Jochen Schambecks Kunst ergeben hätten. Und das, obwohl ihre Arbeiten kaum gegensätzlicher wirken könnten. Die Parallelen liegen in der Farbigkeit und reichen aus, einen Ausstellungsraum dem Thema „Paar“ zu widmen. Hier hängen friedlich ein überschäumendes „Splash Out“ von Schambeck und ein ruhiges Fließen einer unbetitelten Malerei von Daudert nebeneinander. Schmeißt der eine schon einmal von einer Trittleiter aus Farbe auf den am Boden liegenden Bildträger, nimmt die andere höchstens einmal einen Fön zur Hand, um dem Farbfluss eine bestimmte Richtung zu geben. Die Schüttungen und die Malerei mit dem Pinsel gehen ihr ruhig von der Hand, und die fließenden Linien bilden eine Art Gerüst, das die Komposition trägt. Diese besteht aus großzügigen Farbflächen, die Landschaft oder Pflanzen andeuten und sich auf der Bildfläche zu bewegen scheinen. Das extreme Format ihrer Bilder führt die Künstlerin auf traditionelle ostasiatische Tuschmalerei oder Kalligraphie auf chinesischen Rollenbildern zurück.

Vermittelt die Malerei Dauderts durch sich überlappende, transparente Farbflächen einen Raumeindruck, sind die Arbeiten von Schambeck tatsächlich plastische, dreidimensionale Gebilde. Mit seinen orgiastischen Kompositionen aus Ölfarben, die er mit seinen Händen zu expansiven Reliefs knetet, überschreitet er die Grenze der Malerei und betritt die Gattung der Bildhauerei. Dass es dem Künstler, der genauso wie Daudert an der Kunstakademie Karlsruhe studierte, um das Prozesshafte der Kunst geht, machen seine Objekte deutlich: Eingearbeitet in die Farbströme und --ballen sind Handschuhe, Farbtuben oder andere Gegenstände des Arbeitsprozesses. „Rigoros und schonungslos“ nennt er seine Malerei, die er nur scheinbar gänzlich der Schönheit des Zufalls überlässt.

Dr. Martina Kitzing-Bretz zu "Lucky Space // Farbtransformationen-MalereiDialog zwischen Jochen Schambeck und Nicole Daudert", Galerie Roland Grandel, Wasserschloß Bad Rappenau, 2010

 

 

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„Der andere Ort“, Brückenraum der Stadtbibliothek Karlsruhe, 2008

Die durch ihre expressiven Farbräume bekannte Künstlerin Nicole Daudert zeigt in ihren neuen Arbeiten nur vordergründig ein klassisches Sujet der Malerei. "Der andere Ort“ faßt thematisch Arbeiten zusammen, die sich mit Landschaft auseinandersetzen.

Auf der einen Seite stehen die Zeichnungen, die im Zusammenhang mit einer durchgeführten Aktion wieeiner Wanderung, Stadtbesichtigung, Autoroute etc stehen. Eine Ebene der Zeichnung beschäftigt sich mit der Route. Die Wegstrecke wird entweder im Voraus geplant oder im Nachhinein durch Abpausen des Wegverlaufes von einer Landkarte reflektiert. Die zweite Ebene beschäftigt sich mit der Erinnerung an die gelebte Landschafts bzw Stadterfahrung. Die in der Zeichnung fixierte Erinnerung wird mit der Planung gepaart und zu einem Bild kombiniert, das eine Ortsbegehung an einem fremden Ort durch zwei unterschiedliche Ebenen der Wahrnehmung umklammert.

Auf der anderen Seite steht die Malerei, die Landschaftssituationen durch den Einsatz von Farbe und Form entstehen läßt. Hier durchmischen sich die Ebenen der einzelnen Entstehungsschichten bis sich neue Formationen ablesen lassen und malerisch ausformuliert werden. Die räumlichen Situationen erinnern an Zooms in neue Welten oder an Orte, die man nur im Traum durchstreift.Entstehen die Zeichnungen aus der Auseinandersetzung mit einem realen Ort, meistens auf Reisen, finden sich die Gemälde im Atelier mit dem Blick auf einen Ort, der sich physikalisch nicht beschreiben läßt, speist er sich doch mit Erinnerungen und Gedanken an Stimmungen und Situationen um vordergründig als Landschaft an die Oberfläche zu tauchen.

„Der andere Ort“ reflektiert über das Medium Bild nicht nur das physikalische Reisen, sondern zeichnet auch das Reisen durch den eigenen Kopf auf.

 

 

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"Aus den Linien, Rechtecken und Formkontrasten lässt sich das jeweilige Werk sowohl gegenständlich als auch abstrakt sehen.
Die Farbexpressionistin, wie sie sich selbst nennt, hatte vor Jahren angefangen "die Dreidimensionalität des Raumes durch Farbe zu ersetzen." Die Farbräume, die Nicole Daudert schafft, basieren auf einer subjektiven Auswahl.
Dr. Matthias Brück, der eine Einführung in die Ausstellung unternahm, sprach von einer "optischen Geschlossenheit", die den ersten Blick des Betrachtenden anhalte. Wer danach wegschaue, habe etwas verpasst. Denn plötzlich begännen die Farben etwas ins Werk zu setzen. Obgleich in einem spartanischen Formen-Kontext aus Rechteck und Quadrat eingebunden, entfalten die Farben Wirkungen,würden aktiv und gestalteten Räume...."

Stefan Endlich, 2001, Presseartikel zur Ausstellung Daudert+Fieg-Pavlik in der Galerie Altes Rathaus in Wörth am Rhein

 

 

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"Nicole Daudert hat sich in ihrer Malerei mit Acryl auf Baumwolle einem strengen Reglement unterworfen. Ob "Raumbilder", "Konstruktionen" oder "Fensterbilder", das gemeinsame Thema der jetzt in der Kunststiftung Baden-Württemberg ausgestellten Arbeiten ist die Flächenorganisation aus rechteckigen Farbfeldern in immer den gleichen gebrochenen Pastelltönen ... Die dabei entstehenden räumlichen Verhältnisse lassen erkennen, daß Daudert die Gesetze der Zentralperspektive ebenso ins Kalkül zieht, wie die der räumlichen Wirkungen von Farbbeziehungen. Der Betrachter wird dazu verführt,Wege durch das Bild zu suchen, gerät aber immer wieder in räumliche Sackgassen.
Die vertrackte Mischung von Drei- und Zweidimensionalität ist das Prinzip, das auch bei den als "Fenster" apostrophierten kleinen Formaten den logischen Ausblick versperrt..."

Stuttgarter Zeitung, 2000, Presseartikel zur Ausstellung Daudert+Ohlmer in der Kunststiftung Baden-Württemberg in Stuttgart

 

 

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"Struktur ist auch nur ein Mittel der Gestaltung"

"De gele rijder", der gelbe Reiter, hieß die erste Galerie, in der Nicole Daudert ausstellte. Der Name klingt nach später Anspielung auf die Künstlergruppe "Der blaue Reiter". Die ist längst über alle blauen Berge, und mit dem expressionistischen, von der Suche nach Ursprünglichkeit geprägten Grundzug der Gruppe um
Wassily Kandinsky und Franz Marc hat die Malerei der 31jährigen ebenfalls wenig gemein.
Und doch passt das mit dem "gelben Reiter". Denn Gelb in unterschiedlichen Anmischungen ist ein wichtiger Farbton in der Palette der Künstlerin...
Gelb ist aber nicht nur ein Ton im Zusammenhang mit anderen meist monochrom aufgetragenen, kräftigen Farben, die Farbe gelb ist auch Instrument, Hilfsmittel, um die einzelnen, geometrisch konturierten Flächen....zusammenzufassen. ...
Malerische Wirkung ist hier eindeutig als bestimmte handwerkliche Technik gekennzeichnet. Malerische Sruktur ist nicht Ausdruck eines wie auch immer gearteten künstlerischen Ringens....sondern ist das Ergebnis bestimmter Methoden, die zum Resultat "Bild" führen.

Michael Hübl, Badische Neueste Nachrichten 1998, Presseartikel zur Ausstellung in der Galerie von Tempelhoff in Karlsruhe

 

 

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Beeinflußt von der niederländischen Stilleben-Malerei und der zeitgenössischen Malerei niederländischer Künstler, intensivierte Daudert den Blick auf alltägliche Dinge, auf Gegenstände, die sie in ihrer Umgebung und besonders in ihrem Atelier vorfindet....
Dabei werden bestimmte, dem Gegenstand eigene Strukturen gewahr, wie vor allem die formale Beschaffenheit des Objekts: dessen richtungsweisende Dreidimensionalität oder Flächigkeit, Volumen und
Hohlraum, bei Behältern und Gläsern auch das Verhältnis von Innen und Außen, und nicht zuletzt auch die Reflexionen des Lichts auf der Oberfläche. Dieses rötgenartige Schauen kann, mit Vilem Flusser, als theoretisches Schauen umschrieben werden.... ...
Das Gemälde mit Body und Wasserglas halte ich..... für ein zentrales Bild in der Ausstellung, weil es über den bereits abstrahiert dargestellten Gegenstand hinaus weitere Hinweise und Aufschlüsse über das Verhältnis der Künstlerin zu vorgefundenen Gegenständen und nicht zuletzt auch über die uns allen vertraute Subjekt-Objekt-Beziehungen gibt....
Ihre Malerei lenkt also den Blick auf uns gewöhnliche Gegenstände, die durch den malerischen Akt jedoch verfremdet werden und damit einen erneuten, nun distanzierten und theoretischen Blick auf die Dinge des Alltags ermöglichen, der im Gewöhnlichen und Gewohnten Unerwartetes entdeckt...
Die reale Gegenstandswelt stellt sich im Vergleich zur Medienwelt als scheinbar zeitlose, stille und beharrliche Welt zum Anfassen dar, die wie ein in sich ruhendes Manifest unseres Daseins erscheint und ein Rest von Ewigkeit zumindest auf Zeit wiederspiegelt.
Damit wird deutlich, wie sehr unsere Beziehung zu Objekten an Bedeutung gewinnt - im Alltagsleben wie in der Kunst ....

Dr.Ulrike Lehmann, Auszug aus der Eröffnungsrede zur Ausstellung in der Galerie von Tempelhoff 1998 in Karlsruhe

 

 

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